Charly Tabor (* 1919 in Wien; † 29. Juli 1999 in Griesstätt bei Wasserburg am Inn) war ein österreichischer Trompeter in den Bereichen des Jazz und der Unterhaltungsmusik.
Tabor wuchs in Wien auf und lernte während einer Mechanikerlehre Schlagzeug, später Trompete. Er hatte verschiedenen Engagements im In- und Ausland und zog schließlich nach München, wo er im
Reginapalast auftrat. Von München aus ging er auf zahlreiche Auslandstourneen mit großen Tanzorchestern. Er spielte zeitweise in Lutz Templins Orchester Jazzmusik und war dann Mitglied in der von Templin geleiteten Band Charlie and His Orchestra, einer zu NS-Propaganda-Zwecken zusammengestellten Bigband, bis er 1941 zum Kriegsdienst eingezogen wurde. An der russischen Front spielte er von 1941 bis 1944 in Offizierscasinos und Lazaretten.
Nach Ende der NS-Zeit lebte er wieder in München, wo er von den amerikanischen Besatzungstruppen nach ihrem Einmarsch den Auftrag zur Gründung einer neuen Band erhielt, mit der er in den amerikanischen Clubs in München und Umgebung auftrat. 1947 wirkte er an Aufnahmen von
Freddie Brocksiepers Quintett und Orchester
mit („Sing, Sing, Sing“). In den 1950er Jahren arbeitete Tabor als Angestellter der Münchner Studios und als Solist im Orchester von
Bert Kaempfert; 1959 wirkte er als Solotrompeter an dessen Erfolgsnummer „Wunderland bei Nacht“ mit und nahm erneut mit Brocksieper auf („Begin the Beguine“). Tabor, der bis ins hohe Alter musikalisch aktiv blieb, spielte ab den 1960ern in verschiedenen Film- und Unterhaltungsorchestern, wie dem
Peter Thomas Sound Orchestra und der
Media Band von Harald Banter, wo er übrigens 1966 bei dem für eine Durbridge-Verfilmung entstandenen Titel
Melissa auch Bassgitarre spielte.